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Dem Leben eine Zukunft geben!

Es gibt Tage, an denen wir besonders merken, wie kostbar unsere Erde ist...
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Datum:
6. Sept. 2026
Von:
Markus Göbel

Es gibt Tage, an denen wir besonders merken, wie kostbar unsere Erde ist: wenn nach einem heißen Sommerregen der Duft des feuchten Bodens aufsteigt, wenn im Garten die ersten Äpfel reif werden oder wenn wir morgens durch eine Landschaft fahren, die im Glanz der aufgehenden Sonne erstrahlt.

Wenn wir den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung begehen, wird uns in Erinnerung gerufen, dass all das aber nicht selbstverständlich ist: die Welt ist nicht einfach unser Besitz; sie ist uns vom Schöpfer anvertraut.

Papst Leo XIV. stellt in seiner diesjährigen Botschaft zu diesem Tag einen überraschend weiten Zusammenhang her. Mit Blick auf Kriege, menschliches Leid und die Zerstörung der Umwelt schreibt er: „Sie sind ein einziger Ruf nach Heilung und Frieden, der von einer verwundeten Welt ausgeht.“

Eine verwundete Welt – welch ein starkes Bild! Wir denken dabei vielleicht zunächst an Wälder und Felder, die unter Trockenheit leiden, an Flüsse, die zu warm werden oder austrocknen, oder an Menschen, deren Heimat durch Überschwemmungen und Dürren bedroht ist. Aber auch unsere alltägliche Erfahrung kennt Verwundungen: das Gespräch, das eskaliert, der Streit in der Familie, die Nachbarschaft, in der man sich aus dem Weg geht. Wo Beziehungen verletzt sind, da wird Leben schwerer.

Für Papst Leo gehört deshalb der Einsatz für die Schöpfung unmittelbar zum Einsatz für den Frieden. Seine Botschaft trägt das Wort des Propheten Jesaja als Überschrift: „Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern.“ (Jes 2,4) Das ist mehr als ein schönes Bild; es bedeutet: Kräfte, die zerstören, können auch dem Leben dienen. Was Menschen gegeneinander einsetzen, kann verwandelt werden in etwas, das Nahrung schafft, Zukunft ermöglicht und Gemeinschaft aufbaut.

In diesem Sinne ist Schöpfungsverantwortung vor allem eine Frage unserer Haltung zum Leben, denn die Schöpfung zu bewahren heißt letztlich: dem Leben eine Zukunft geben!

Heiko Gaub

Kaplan

 

Koblenzer Straße 30

56759 Kaisersesch

0170/7840649

heiko.gaub@bistum-trier.de